Test Trockenanzug – Marinepool SUP MP LIGHT

Der deutsche Segelsportspezialist Marinepool hat seit einigen Jahren auch Bekleidung speziell für SUP im Portfolio. Wir haben schon vor 2 Jahren den Marinepool SUP Trockenanzug und den Marinepool SUP Trockenanzug Light getestet. Marinepool hat Mitte 2022 beide Anzüge aus dem Programm genommen und dafür einen neuen Trockenanzug auf den Markt gebracht, den SUP MP LIGHT Dryoverall.

Stoff

Der unisex SUP Trockenanzug ist mit knapp über 1 kg (Größe XL) sehr leicht und besteht aus einem hochatmungsfähigen 3-lagigen Material mit HPU-Membran. Die Wassersäule des Anzugs wird mit WP 20.000 mm angegeben und die Dampfdurchlässigkeit MVP mit 15.000 gr/m2/24h. Das Außenmaterial besteht aus 94% Polyamid und 6% Elasthan und ist dadurch auf 2-Wege leicht dehnbar.

Bei unseren SUP Touren zum Testen des Anzuges hat sich durch eine sehr gute Balance zwischen Dampfdurchgängigkeit und Windundurchlässigkeit des Materials ein sehr angenehmes Klima im Anzug entwickelt.

Farben und Design

Unsere Testmodelle haben die gedeckten Farben Blau/Schwarz und Petrol/Schwarz. Die Oberteile sind dabei farbig, während die „Hosen“ einheitlich schwarz sind. Auf der Brust verläuft leicht diagonal ein schwarzer Streifen. Der Rücken ist einheitlich farbig. Der Neoprenkragen ist wiederum schwarz. 

Schnitt

Der SUP MP LIGHT Dryoverall ist ein Unisexmodell und dadurch für Frauen und Männer gleichermaßen geeignet. Allerdings ist der Schnitt unserer Einschätzung nach, eher an Männern orientiert. Der Anzug hat – wie seine Vorgänger – etwas längere Ärmel und Beine als mancher Mitbewerber, was bei den groß gewachsenen Paddlern sehr von Vorteil ist. Allerdings ist der Schnitt der Beine enger als erwartet. Jutta hätte mit ihrer Größe von 1,77 m auch in den Anzug der Größe „S“ bequem gepasst, wenn die Beine an den Waden nicht so eng wären. Im Modell in der Größe „M“ war das Problem dann nicht mehr vorhanden.

Reißverschluss

Der große Reißverschluss von TIZIP geht an der Vorderseite vertikal vom Kragen bis hinunter zur Hüfte. Dies erleichtert deutlich den Einstieg. Allerdings ist dadurch die Halsmanschette durchbrochen und somit – wie bei allen Trockenanzügen mit zentralem Reißverschluss – bauartbedingt nicht zu 100% wasserdicht. Das spricht Marinepool erfreulicher Weise auch offen und deutlich an: „Deshalb nennen wir ihn Semi-Trockenanzug“. Andere Hersteller sind da nicht ganz so ehrlich.

 

Die Manschetten

Der Abschluss am Kragen ist aus Neopren und trägt sich sehr angenehm. Die Hand- und Beinabschlüsse sind klassische Latextunnel und werden durch einen Stoffüberwurf geschützt. Die Stoffüberwürfe an den Arm- und Beinmanschetten lassen sich mittels großer Klettverschlüsse individuell anpassen. Die Latexmanschetten von Marinepool sind etwas dicker und härter. Wer Latexmanschetten nicht gewohnt ist, kann sich hier am Anfang etwas beengt vorkommen. Wir wissen aber, dass sich die Latexmanschetten mit der Zeit etwas weicher werden und vor allem dehnen – und das hat der Test auch gezeigt. Die Latexmanschetten werden nach 3-4 mal Tragen deutlich bequemer. Unser Tipp: die Latexmanschetten nicht kürzen.

Hüftzug

Der 5 cm breite Hüftzug ist bei Marinepool an der Taille hinten zentral angenäht. Die Zugbänder haben einen Gummizug, versteckt in einem Stofftunnel. Den Abschluss bilden breite Klettverschlüsse an den beiden Enden. Dadurch lässt sich der Anzug ideal an der Taille enger stellen.

Außentasche

Auf dem rechten Hosenbein ist eine Außentasche angebracht. Diese ist sehr geräumig. Der Klettverschluss ist breit und der oberste Teil der Tasche wird beim Verschließen umgeklappt. Somit kann dort kaum Wasser eindringen. Allerdings ist die Tasche nicht wasserdicht sondern nur wassergeschützt. Sollte doch mal Wasser in der Außentasche sein, hat diese für den besseren Ablauf unten ein, mit einer Metallöse verstärktes Drainageloch. 

Sicherheitsfeatures

Der „Marinepool“-Schriftzug auf der linken Brust und hinten am Nacken sind reflektierend. Zusätzlich sind an den Armmanschetten reflektierende Patches angebracht.
Marinepool-typisch sind die schwarzen, gummiartigen Kniepatches. Wenn Ihr Euch auf ein nasses Board kniet, kann es euch somit dort kein Wasser durch den Stoff pressen. 

Der Anzug innen

Die Nähte im Anzug sind sauber verarbeitet und alle Nähte sind mit einem Tape versiegelt. Der Stoff ist innen leicht aufgeraut – Marinepool spricht von einem Jersey-Futter. Auf der linken Seite ist innen eine versiegelte Brusttasche mit einem etwa 19 cm langen Reißverschluss. Hier passt definitiv mehr als nur ein Schlüssel rein. 

In der Praxis

Der Anzug sehr bequem zu tragen. Durch seine länger geschnittenen Arme, Beine und dem Rückenteil fühlt man sich nie beengt. Beim Paddeln konnten wir keinerlei Behinderung im Bewegungsablauf feststellen. Auch Aufstehen und Hinknieen sind vollkommen unproblematisch. Hier macht sich auch der leichte Elasthananteil im Stoff bemerkbar. 

Im Wasser ist der Anzug absolut dicht. Wasser perlt sofort ab und auch die Neoprenmanschette am Hals sitz eng und absolut dicht. Allerdings muss man darauf achten, den unteren, kleineren Teil des Klettverschlusses ohne Zug zuzumachen. Erst der obere größere Klettteil darf fester verschlossen werden. Sonst könnte sich dort eine kleine Falte bilden, die das Eindringen von Wasser begünstigen könnte. 

Preis

Marinepool verlangt für den SUP MP LIGHT Overall 599,90 €. Damit liegt der Trockenanzug preislich im Mittelfeld seiner Mitbewerber.

Das hat uns besonders gut gefallen

Der SUP MP LIGHT Dryoverall ist eine deutliche Weiterentwicklung seiner beiden Vorgänger und vereint die Vorteile beider: sehr guter Tragekomfort, wasserdichte Verstärkungen durch Patches an den Knien und zwei große geräumige Taschen. 

Transparenzhinweis:
Beide von uns getesteten Trockenanzüge SUP MP LIGHT in den Größen “M” und “XL” wurden uns für den Test von Marinepool kostenlos zur Verfügung gestellt.

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