Ginas Big River SUP: Moseltour

Die Mosel stand von Beginn der Planungen als erster “Big River” fest, vermutlich aufgrund ihrer guten Kalkulierbarkeit. Außerdem liegt sie in einer Region Deutschlands, in der das Wetter relativ früh im Jahr stabil ist und die Nächte über 10 Grad warm sind. Soweit mein Irrtum. Los ging es an der Saarmündung bei Konz.

Ich mach’s kurz

Etwa zur Hälfte der Tour begann mit schweren Gewittern und heftigem Regen das, was als “Jahrhunderthochwasser Mai 2016” in die Geschichtsbücher eingehen wird. Das Wetter zwang mich dazu, zwei Tage in meinem Einpersonenzelt zu verbringen – eingekuschelt in einen Daunenschlafsack, Hörbücher hörend und Wetterberichte studierend.

Ernst der Lage

Am dritten Tag schien sich das Chaos zu beruhigen, so riskierte ich es, weiterzupaddeln. Ich wurde kräftig angeschoben durch die deutlich an Volumen und Geschwindigkeit zugelegten Mosel und zum Grinsen gebracht von kleineren Wildwasserepisoden. An der Schleuse wurde mir dann der Ernst der Lage bewusst. Es gab keine Umtragevorrichtung mehr! Arbeiter halfen mir über Treppen und Stege durch die Anlage und zeigten mir, wo ich wieder sicher ins Wasser konnte. Nachdenklich setzte ich meine Tour fort. Am Abend telefonierte ich von Bullay aus mit der Schleuse St. Aldegund und besprach die Fakten und Aussichten sowie die Prognosen für die weiteren Schleusen, die ich noch hätte bewältigen müssen.

Vorzeitiges Ende

Und dann entschied ich – tja, was? Aufzugeben? Ich empfand und empfinde es nicht als ein Aufgeben. Die Tour zu Ende zu SUPen wäre kein Problem gewesen, die Mosel stellt auch als Hochwasser keine besonderen Ansprüche an Paddler mit Erfahrung. Aber wäre es klug gewesen, das allein zu tun? Mit 30 Kilo Gepäck? Bei überfluteten Schleusenanlagen, die weite Umwege gefordert hätten? Insgesamt wurden es so 120 km von Konz bis zur Schleuse St. Aldegund.

Übrigens…

Wild campen ist an der Mosel nicht nur verboten, sondern auch sehr schwierig. Es ist immer ein Radweg oder eine Straße neben dem Fluss. Allerdings ist die Verteilung von Campingplätzen optimal. Auch wichtig: Ohne Bootswagen geht nichts! Und bitte nutzt keine SUPwheels, die taugen definitiv nichts für derartige Touren. Sie haben keine Lager, sind nicht mit diesem Gewicht belastbar und lassen sich auch nicht optimal am Board befestigen. Kurz gesagt: teurer Schrott! Ich empfehle (ohne gesponsert zu werden!) www.carokanu.de.

Liebe Grüße, Gina.


 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

weitere Blogbeiträge von SUPscout