SUP Erlebnis: Spreewald-Marathon 2016

Mit dem SUP beim Spreewald-Marathon – ein Erlebnisbericht

„Auch im Nachhinein habe ich noch Gänsehaut“, berichtet Martin Fix, wenn er daran zurück denkt, was er erlebt und geleistet hat. Er nahm im Frühjahr 2016 auf ganz besondere Art an einer sehr speziellen Sportveranstaltung, dem Spreewald-Marathon, teil. Dieser beinhaltet die Disziplinen Laufen, Radeln, Wandern, Walken, Skaten und Paddeln. Teilnehmer aller Disziplinen können sich jedes Jahr auf ihren Routen am Unesco-Biosphärenreservat Spreewald erfreuen, allerdings ist die wohl beeindruckendste Weise den Spreewald zu erkunden der Weg zu Wasser. In der Disziplin Paddeln bestreiten die Teilnehmer den Marathon normalerweise in den für diese Region so typischen Paddelbooten. Doch im Jahr 2016  hat Martin Fix es sich zur Aufgabe gemacht von seiner Heimatstadt Burg im Spreewald aus noch ein anderes Fortbewegungsmittel zu etablieren. Die Rede ist vom Stand-Up-Paddling Board.

Stand Up Paddling als Ergänzung zum Paddeln mit dem Boot

„Ich dachte, das wäre eine schöne Ergänzung zum Paddeln mit dem Boot.“ Fix trat mit den Organisatoren in Verbindung und brachte die neue Sportart ins Gespräch. Er hatte Erfolg, jedoch wurde er zunächst nicht ernst genommen. „Die Anmeldeformulare waren letztendlich erst drei Wochen vor Beginn des Marathons unter der Rubrik „Paddeln“ zu finden.“ Dieser Umstand sorgte für eine kurze, aber intensive Werbezeit, die viele Interessenten anzog. Beim Bootsverleih am Leineweber in Burg verlieh er beispielsweise neue Grandtoursports-Boards, die sich dank ihres geringen Gewichts besonders zum schnellen paddeln eignen. Schon während seiner Werbeaktion lernte Martin Fix Teilnehmer kennen, die bereits am Halbmarathon des 1000 Seen Marathons teilgenommen haben. Zur 21 Kilometer Strecke des Spreewald-Marathons traten sie nun ebenfalls  an. Fix erinnert sich: „Sie haben die Strecke allerdings ein wenig unterschätzt. Auf einem Fluss paddelt es sich aufgrund der Strömung ganz anders als auf einem See.“

SUP-Spreewald-Marathon im Selbstversuch

Eine Woche später, am 21.04.2016, nahm Martin Fix dann selbst am Marathon teil und fuhr die größte Strecke. Am frühen morgen um 9 Uhr ging es los. Über den Südumfluter, der mit einer durchschnittlichen Wassertiefe von 1,80m eines der größten Fließe des Spreewaldes ist, ging es zunächst Richtung „Gurkenstadt“ Lübbenau. Trotz des wunderbaren Wetters sei die erste Etappe nicht einfach gewesen. „Der starke Gegenwind auf dem freien Feld machte mir sehr zu schaffen. Ich musste mich auf das Board setzen, um voran zu kommen. Die Strecke kam mir endlos vor. Ich dachte sogar daran aufzugeben“, gibt Fix zu. Nichtsdestotrotz  hielt er durch, konnte die beschwerliche Etappe schließlich hinter sich lassen und seinen Weg Richtung Inseldorf Leipe fortsetzen. Bis zum Jahr 1969 war das 130 Einwohner Dorf nur über den Wasserweg oder zu Fuß zu erreichen.

Geschützt durch den dichten Baumbestand am Ufer habe es sich nun wesentlich angenehmer gepaddelt. Leipe selbst verschaffte Fix zusätzliche Abwechslung. „Ich habe mich mit vielen neugierigen Leuten unterhalten. Auch auf dem Radweg, der parallel zur Hauptspree Richtung Lehde verläuft gab es viele Menschen, die mir Fragen stellten.“

Die kleine Lagunenstadt Lehde, welche eines der Hauptziele für Touristen darstellt, bot dem Paddler eine „malerische Kulisse“, die er dank seiner stehenden Position auf dem Board in vollen Zügen genießen konnte. „Es war wirklich interessant die alten Gehöfte zu sehen und die Bauern dabei zu beobachten, wie sie ihre Felder bestellten. Im Wasser tummelten sich große Fische und am Ufer wechselten sich alte, schon fast vergessene landwirtschaftliche Geräte mit den überfluteten Wiesen ab“, schwärmt Fix.

“Wie oft bist Du schon ins Wasser gefallen?”

Auch in diesem Dorf traf Fix wieder auf interessierte Menschen. „Die Leute in den Kähnen fragten mich, wie oft ich schon ins Wasser gefallen sei und konnten kaum glauben, als ich antwortete, dass mir sowas noch nie passiert ist.“ Über Lehde setzte er seine Marathonstrecke Richtung Lübbenau fort und landete bei der ersten Stempelstation im Bootshaus Petrick. Von dort aus war sein nächstes Ziel das 1894 von der Stadt Lübbenau errichtete Gasthaus „Wotschofska“. Im Hochwald auf einer Sandbank gelegen ist das traditionsreiche Restaurant ein beliebtes Ausflugsziel für Kähne und Wanderer und außerdem eine weitere Stempelstation beim Spreewald Marathon. Von dort aus setzte Fix seine Tour  durch den Hochwald nach einem Mittagessen im Restaurant fort. Vorbei am Forsthaus des Revierförsters. Dort begegneten ihm nur noch selten Kähne oder Paddelboote. „Irgendwann veränderte sich die Landschaft. Die Ufer waren nicht mehr befestigt. Rechts von mir befand sich dichter, grüner Wald, aber links standen nur noch abgestorbene Bäume. Der Anblick war erschreckend und faszinierend zugleich“, berichtet Fix noch immer beeindruckt. Zufällig begegnete er dem Hochwaldförster, der gerade mit seinem Kahn auf den Fließen unterwegs war. Dieser erklärte ihm, dass ein Hochwasser diesen Schaden verursacht habe. So tief im Spreewald ist die Natur zu einem großen Teil noch unberührt. Rehe, Eisvögel und Reiher fielen Martin Fix ebenso auf, wie die vielen von Bibern angenagten Bäume. „Hier im Dickicht fand ich absolute Ruhe. Teilweise musste ich mich auf das Board knien, um unter den niedrigen Brücken durchpaddeln zu können. Es war wirklich ein tolles Feeling.“

Die nächste Pause und einen weiteren Stempel bekam Fix in der Pohlenzschänke, dem ältesten Wirtshaus des Spreewaldes. Schließlich begab er sich auf die letzte Etappe des Marathons: zurück in seine Heimat Burg. Im Landkreis Spree-Neiße befand er sich wieder in den „heimischen Gewässern“. Auf der Hauptspree konnte der Burger vorbei am berühmten Hotel „Zur Bleiche“ stromaufwärts paddeln und sich den eigentlich letzten Stempel, sowie seine wohlverdiente Urkunde beim Bootshaus Leineweber abholen. „Da ich jedoch noch hochmotiviert war, entschloss ich mich mir auch noch den letzten möglichen Stempel im Burger „Barfußpark“ geben zu lassen.“

44,2 km und 12 Stunden später

Gegen 21 Uhr kam Martin Fix mit wackeligen Knien, ziemlich geschafft  und bereits im Dunkeln zu Hause an. Muskelkater habe er jedoch keinen gehabt. Er legte eine Strecke von 44,2 Kilometern auf seinem SUP-Board zurück. „Ab Lehde war die Tour für mich nur noch purer Genuss. Die Fahrt verging wie im Fluge. Dieser Marathon eröffnete mir eine noch nie zuvor erlebte Sicht auf meine Heimatregion, was für mich eine extreme Bereicherung darstellt. Ich kann nur jedem eine Fahrt durch diesen Tunnel aus Grün empfehlen. Dieser Sport muss den Leuten nahe gebracht werden“, schwärmt er immer noch.

(Dieser Bericht entstand in Zusammenarbeit von Martin Fix und Franziska Minkner.)



  • Termin 2017

    Der nächste Spreewald-Marathon 2017 findet vom 21. bis 23. April 2017 statt. Anmeldeformulare sind unter anderem auf der Internetseite www.spreewaldmarathon.de zu finden. Die Länge der verschiedenen Strecken beträgt jeweils 5, 10, 21 und 42 Kilometer.

  • Kontakt

    Ihr wollt dieses Jahr selber mitpaddeln, habt aber noch Fragen zur Organisation? Martin von Stand Up Paddling Spreewald hat hier alle wichtigen Infos zusammengefasst und steht Euch bei Fragen unter der Telefonnummer 0172 3708075 zur Verfügung.

  • SUP Verleih

    Wer kein eigenes SUP Board hat oder mit in den Spreewald bringen kann, kann sich bei Stand Up Paddling Spreewald das nötige Equipment leihen.

  • Comment (1)

    • Martin SUP Spreewald
      Martin SUP Spreewald Reply

      Viele fragen mich ob sie mit ihrem eigenen Board mitmachen können?
      Selbstverständlich ist das kein Problem!

      21. März 2017 at 19:38

    Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

    weitere Blogbeiträge von SUPscout