SUP Erlebnis: Standuppaddeln durch Venedig

Einmal mit dem SUP durch Venedig paddeln. Diesen Traum haben ich mir diesen Sommer in Begleitung meiner Buddys Katrin und Stefan erfüllt. Und da man in Venedig nicht einfach mal losSUPen sollte, haben wir dazu eine 2-stündige Tour über SUP in Venice gebucht (75 € pro Person, Bezahlung im Voraus über PayPal). Das Board mit Leash und Paddel ist im Preis enthalten. Auch wenn das ganze technisch nicht anspruchsvoll ist, sind absolute Anfänger nicht für die Führung zugelassen.

Los geht’s

Wir treffen Eliana an der Madonna dell’Orto Kirche (eine von über 120 Kirchen in Venedig). Dort in der Nähe, in ihren Räumlichkeiten, besteht die Gelegenheit sich umzuziehen, die Sachen sicher zu deponieren, die Toilette aufzusuchen usw. Nach einer kurzen Einweisung lassen wir die Boards zu Wasser und los geht’s. Wie die Entenküken folgen die drei Gefährten dem mokkafarbenen einheimischen Mutterentchen.

Vom Aqua alta (italienisch für Hochwasser) der letzten Woche ist nichts mehr zu sehen. Die Stadt liegt übrigens nur einen Meter über dem mittleren Meeresspiegel. Ich will mir gar nicht vorstellen, was passiert, wenn dieser in den nächsten Jahrzehnten weiter ansteigen wird. Ob die Schutzmaßnahmen tatsächlich ausreichend sein werden wird sich zeigen. So wird das Projekt MOSE vorangetrieben. Dabei sollen mehrere Schleusen, die aus der Adria in die Lagune einströmenden Wassermassen zurück halten. Schön das ich Venezia im altbekannten Zustand noch erleben durfte.

Abseits der Touristenströme

Oft führt uns unser Weg durch Hinterhöfe, die man als gehender Tourist nicht zu sehen bekommt. Diese konzentrieren sich eher auf die Kulissen des Freilichtmuseum Venedig, um ihr Traumbild von dieser geschichtsträchtigen Stadt zu bestätigen. Wobei die touristischen Jagdobjekte durchaus ihre Reize haben. Vorbei am ehemaligen jüdischen Ghetto, der Kirche Santa Fosca uvm. schweben wir über die mehr oder weniger engen Wasserstraßen, queren jedoch nie den Hauptkanal Canal Grande, sodass kein Stress aufkommt. Nur in wenigen Kanälen ist der Verkehr lebhaft und verlangt besondere Aufmerksamkeit. Ansonsten lässt sich der häufig morbide Charme und die historischgeladene Romantik genießen. Auffällig ist, dass man abseits der touristischen Hauptrouten, bei der Fassadenpflege einen deutlich geringeren Arbeitsaufwand betreibt.

Wassersäulen

Die Hitze bei mindestens 30 Grad Celsius, setzt uns richtig zu und da auf den Boards keine Gummischnüre für die Sicherung des Gepäcks vorhanden sind, haben wir auch nichts zu trinken dabei. Nach der Hälfte der Zeit gibt uns Eliana die Möglichkeit anzulegen und uns an einer Wassersäule zu erfrischen. Das Trinkwasser ist angenehm kalt und kommt angeblich von den Alpen. Mir sind diese massiven Zapfanlagen schon beim Bummeln durch Venedig aufgefallen, jedoch war mir zu dem Zeitpunkt noch nicht klar, dass das Wasser daraus bedenkenlos getrunken werden kann.

Hier läuft alles übers Wasser

Fast der gesamte Transport wird auf dem Wasser abgewickelt. Bauschutt landet im Lastkahn, der wiederum mit einem schwimmenden Kran beladen wird. Auch die öffentlichen Fahrzeuge der Polizei, Feuerwehr, Müllabfuhr und Ambulanz bewegen sich schwimmend fort. Selbst die DHL liefert hier mit ihren typisch gelben Booten aus, was wir erfahren, weltweit einmalig ist. Nach knapp zwei Stunden ist die Führung zu Ende und wir werden von unserer freundlichen und sympathischen Betreuerin zum Abschied noch mit Insiderwissen und -tipps versorgt.

Ein grandioses Gesamtkunstwerk

Venedig ist immer noch ein grandioses Gesamtkunstwerk, welches mosaikartig aus unzähligen einzelnen Kunstwerken zusammen gesetzt ist. Es verwundert nicht, dass es zum UNESCO Weltkulturerbe gehört. Die über 300 gebogenen Brücken verbinden die gut 120 Inselchen mit ihren Treppenstufen. Sie sind in einer Zeit gebaut worden, als der Begriff “Barrierefreiheit” noch unbekannt war. Seit dem hat sich nicht viel geändert. Deswegen ist die Stadt für Rollstuhlfahrer nur bedingt geeignet.

Eine angenehme Möglichkeit in die Lagunenstadt zu kommen ist mit dem Vaporetto (Wasserbus), ansonsten mit dem Zug, Kreuzfahrtschiff, Auto, Bus u.a.. Erstere haben wir gewählt und nicht bereut. So hat man auf der Hinfahrt die tolle Gelegenheit, sich auch die vorgelagerten Inselchen, mit ihren prächtigen Bauwerken, von weitem aus anzusehen. Und auf der Rückfahrt kann man sich im Abendlicht von der Stadt langsam verabschieden.

SUP Traum erfüllt.

Venezia, ich kommen wieder, aber beim nächsten mal wohl als Fußgänger und mit mindestens einer Übernachtung, um die Stadt ohne die Touristenmassen nachts zu erleben. Um es mit Katrins Worten zu sagen: “Die Paddeltour hier in Venedig war der Anlass für die Reise, aber das SUPen in und um Chioggia war dennoch irgendwie schöner.” Dem kann ich mich nur anschließen. Das charmante und authentische Chioggia verdient die oft bemühte Bezeichnung “Klein Venedig”. Dort haben wir unser Quartier und starten von dieser Heimatbasis unsere Unternehmungen.



  • SUP in Venedig

    Einfach mal aufs SUP zu steigen und loszupaddeln, ist in Venedig keine gute Idee. Die 175 Kanäle sind die Hauptverkehradern der Stadt und hier herrscht zumeist starker Verkehr. Wer sich nicht mit der venezianischen Wasser-Verkehrs-Ordnung auskennt, begibt sich und andere in Gefahr und Konflikte mit den Gondeln und anderen Wasserfahrzeugen sind vorprogrammiert. Was Ihr beachten müsst, wenn Ihr in Venedig SUPen wollt, könnt Ihr hier lesen.

  • Veranstalter

    Wir haben unsere Tour mit SUP in Venice gemacht und können Eliana sehr empfehlen. Neben der 2-stündigen Tour, die wir gemacht haben, bietet Eliana auch noch andere Touren in und um Venedig an. Guckt doch mal auf ihre Webseite.

  • Comments (2)

    • Christian Reply

      Hallo,
      Sieht man bei der SUP-Tour durch Venedig auch Sehenswürdigkeiten von Venedig?
      LG

      21. April 2022 at 19:16
      • Valeri Reply

        Eher weniger.

        21. April 2022 at 19:25

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