SUP Safety – Hochwasser

Die starken Regenfälle der letzten Tage haben in vielen Regionen Deutschlands zu extremen Hochwasserlagen geführt. Vielerorts sind kleine Bäche zu reißenden Flüssen geworden oder durch über die Ufer getretene Flüsse gänzlich neue „Gewässer“ entstanden. Viele von Euch zieht es verständlicherweise bei dem Anblick von soviel Wasser aufs SUP Board.

Aber, SUPen bei Hochwasser birgt viele – oftmals tödliche – Gefahren!

Gemeinsam mit dem Deutschen Kanu-Verband (DKV) weisen wir Euch daher auf die besonderen Gefahren von Hochwasser führenden Flüssen und überschwemmten Gebieten (wie z.B. Dorfstraßen) hin.

  • Starke Strömung

    Die erhebliche Steigerung der Strömungsgeschwindigkeit macht es oft unmöglich gegen diese anzufahren, wenn man z.B. plötzlich ein Hindernis vor sich hat und ausweichen oder umkehren muss.

  • Plötzliche Strömungsunterschiede

    Das Strömungsverhalten der Gewässer ist bei Hochwasser auch starken Unterschieden unterworfen, ein eben noch passabel fließendes Gewässer wird durch Zuflüsse oder Verengungen zu einem reißenden Strom. Brücken sind nicht mehr zu unterfahren, Versperrungen durch Treibgut, extreme Stromzungen führen zum Sturz vom Board. Auf Bundeswasserstraßen gibt es zudem ab bestimmten Pegelhöhen Befahrungsverbote. Diese gelten auch für SUPer !

  • Nicht sichtbare Hindernisse

    Treibgut und andere in der braunen Brühe nicht sichtbare Hindernisse können gefährlich werden, wenn sie an der Finne hängen bleiben und Euch zum Stürzen bringen.  Zudem macht sich das SUPen auf überschwemmten Straßen, zwar auf Fotos gut, aber auch hier lauern besondere Gefahren: z.B. können Kanalschachtabdeckungen weggeschwemmt sein und plötzlich saugt das einlaufende Wasser das Board an. Oder Drähte, Zäune oder anderes verheddert sich an der Finne und bringt Euch zu Fall.

Wenn Ihr trotz dieser Gefahren nicht aufs Stand Up Paddeln bei Hochwasser verzichten wollt, beachtet bitte unbedingt diese Hinweise:

  1. Informiert Euch vor der geplanten Fahrt über die aktuellen Pegelstände und evtl. Befahrungsverbote wegen Hochwassers (z.B. auf kanu.de, elwis.de oder hochwasserzentralen.de). Beachtet die bestehenden Befahrungsverbote auf Grund der überschrittenen Pegelstände!
  2. Steigt nur aufs SUP Board, wenn Ihr die Strecke sehr gut kennt und Euer Board auch auf starken Fließgewässern bzw. schwerem Wildwasser sicher beherrscht!
  3. Beachtet, dass durch Hochwasser jederzeit neue Gefahrenstellen entstehen können. Besichtigt die Strecke daher möglichst vorher vom Ufer aus und bedenkt, dass Durchfahrten an Brücken u.U. nicht mehr möglich sein können.
  4. Plant die Strecke noch sorgfältiger als sonst und paddelt auf gar keinen Fall alleine, sondern nur in Begleitung anderer erfahrener SUPer.
  5. Achtet auf die richtige Ausrüstung: Helm, Schwimmweste und Kälteschutz sollten ebenso selbstverständlich sein wie Rettungsmaterialien (z.B. Wurfsack, Bandschlingen, Erste-Hilfe-Set, wasserdicht verpacktes Notfall-Handy), um notfalls auch anderen SUPern helfen zu können. Auf eine Leash solltet Ihr lieber verzichten, da diese im Fließgewässer lebensgefährlich sein kann. (Mehr dazu in SUP Safety: Leash in Fließgewässern.)
  6. Rechnet auch auf sonst bekannten Strecken mit unerwarteten Hindernissen. Durch Hochwasser kann sich die Streckenführung vollständig verändern. Brecht Eure Fahrt im Zweifel ab!

Zusätzlich solltet Ihr natürlich auch unsere normalen Hinweise zur Sicherheit beim Stand Up Paddling beachten.

Unsere Bitte: Wenn Ihr keine Wildwasser- bzw. Fließgewässerprofis seid, verzichtet lieber auf das Hochwasser-SUP-Erlebnis und wartet bis die Pegelstände wieder zurück gegangen sind. Dann könnt Ihr wieder ganz entspannt auf Tour gehen.

In der Zwischenzeit könnt Ihr Euch ja beim Wasserschippen und Kellerauspumpen fit halten. Die Menschen, die vom Hochwasser betroffen sind, werden es Euch danken.

Wie immer gilt: Erst denken, dann sicher SUPen!

Unser Ziel: mehr SUP Safety!

Die Sicherheit ist ein wichtiger Aspekt des Stand Up Paddling. Leider wird sie sowohl von Anfängern als auch von fortgeschrittenen Paddlern häufig vernachlässigt. Dadurch entstehen immer wieder (lebens-)gefährliche Situationen. Wir wollen durch Aufklärung und Sensibilisierung dazu beitragen, dass das SUPen sicherer wird.

Bitte helft mit, in dem Ihr selber mit gutem Beispiel voran geht und auch andere Stand Up Paddler auf die bestehenden Gefahren aufmerksam macht. Passt auf Euch auf!

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