Jobe Yarra 10.6 – ein tolles, agiles Allround SUP

Hochwertige Verarbeitung, vielseitig, agil und vor allem viel Spaß – das verspricht euch das Yarra 10.6 von Jobe Sports. Bei einer SUP-Tour zum Testen konnte uns das Board rundherum überzeugen.

Jobe Sports, gegründet 1974, ist ein großer niederländischer Hersteller für hochwertige Wassersportgeräte. Von Wasserski, Wake, Funtubes bis hin zu SUP, Schwimmwesten und passender Bekleidung für Wassersport – Jobe Sports hat für Euch immer das richtige Equipment.

Shape und Maße

Das Yarra 10.6 von Jobe ist ein klassisches Allround SUP mit universellen Einsatzprofil. Die Farbe wird als Stahlblau angegeben, das PVC vom Deck ist graustrukturiert. Das EVA Deckpad übernimmt die stahlblaue Farbe. Farbliche Akzente setzen neongrüne Schriftzüge, teile des Rails und die Bungee Gummizüge des Gepäcknetzes.

Das Yarra hat eine Länge von 3,20 m (10’6), eine Breite von 81,3 cm (30″) und eine Dicke von 15 cm (6″). An der runden Nose ist ein ausgeprägten Rocker mit etwa 9″, während das runde Heck flach auf dem Wasser liegt.

Material und Verarbeitung

Verwendet wird ein heat-bonded (geschweißtes) PVC mit X-Woven Dropstitch. Beim Ausmessen der Dropstitchfäden konnten wir 124 Dropstitchfäden auf 100 cm² messen. Das ist nach unserer Erfahrung im guten Mittelfeld. Zur Reißfestigkeit des Dropstitch macht der Hersteller leider keine Angabe.

Die Rails sind verklebt. Je ein auf dem Oberdeck und Unterschiff längs entlanglaufender Stringer von ca. 25 cm Breite versteift das Yarra zusätzlich. In Kombination mit dem X-Woven Dropstitch ist das Jobe Yarra 10.6 ein sehr steifes Board. Jobe gibt für das Yarra ein Paddlergewicht von bis zu 140 kg an. Das Gewicht haben wir nicht bis zu letzt ausgereizt, aber auch so können wir die sehr gute Steifigkeit bei dem auf 15PSI aufgepumpten Yarra 10.6 bestätigen. 

Das Board ist sehr sauber verarbeitet. Alle Flächen des PVC vom Board und das EVA Deckpad sind akkurat geschnitten. Klebereste konnten wir nirgends feststellen. Lediglich an einer Stelle gab es kleinen Fleck (Tropfen) auf dem PVC durch Kleber. Das war es aber schon und den Fleck mussten wir echt suchen.

Jobe gibt Euch übrigens für das Board 3 Jahre Garantie. 

Aufbauten

Das Yarra 10.6 hat einen voll umfänglichen Deckaufbau mit D-Ringen, Griffen, struktierten Standflächen und einem Gepäcknetz. Die Griffe mit Neopren kaschiertem Nylonband befinden sich vorne an der Nose und hinten am Tail. An dem kleinem Gurtband vom mittigen Tragegriff kann das Paddel befestigt werden.  An der Oberseite der Nose ist ein D-Ring. Das Gepäcknetz ist zwischen Nose und Standfläche. Es sieht kleiner aus, als es tatsächlich ist. Der Gummiexpander lässt sich großzügig dehnen.

Der hintere D-Ring für die Leash ist etwa 30-35 cm vom Tail zum Paddler hin verschoben. Das macht das Paddeln mit dem mitgelieferten etwa 3 m langem Coiled-Leash nicht nur sicherer, sondern auch wesentlich angenehmer, weil das Leash beim Paddeln nicht gespannt wird.

Das Deckpad besteht aus 4 mm starken Struktur-EVA. Ihr habt auf der Standfläche ein sehr angenehmes Standgefühl. Gerade für Paddler, die auf rauhen EVA Pads mit “Krokodilhaut-Design” eingeschlafene Füße bekommen, ist das eine Wohltat. Die “Krokodilhaut” befindet sich lediglich im Bereich des angedeuteten Kickers. Hier macht es auch Sinn, wenn Ihr mal Pivotturns üben wollt oder die ein oder andere kleine Welle abreitet.

Lieferumfang

Im Lieferumfang ist bei Jobe ein Kompletset mit Board, Pumpe, Leash, Finne, Bag und Paddel – Ihr könnt also sofort aufs Wasser. Zusätzlich bekommt Ihr ein Reparaturset mit Kleber, Flicken, Ventilschlüssel und Ersatzschraube und Klipp für die Klickfinne. Ein paar gedruckte Anleitungen zum Aufbau und Garantie (3 Jahre) runden das ganze Packet ab. 

Der Preis (UVP) liegt für das Jobe Yarra 10.6 bei 799,99€.

Besonders überrascht hat uns der wasserdichte Boardbag. Ihr bekommt hier nicht nur das Board und die Pumpe hinein, sondern er hat aussen Halterungen für das dreiteilige Paddel und die Pumpe mit Schlauch. So könnt Ihr mit ÖPNV oder Fahrrad zu eurem nächsten SUP Abenteuer aufbrechen. Das Tragesystem ist ok, am Rücken hat der Packsack eine Auflage aus EVA Material, wie es am Deckpad verwendet wird. 

Das 3-teilige Paddel

Wir haben bei unserer Test SUP Tour das 3-teilige Paddel aus Fieberglas genauer unter die Lupe genommen. Das Paddel wiegt komplett 780 gr und hat eine Blattfläche von 590 cm². Das Blatt ist wenig profiliert und hat lediglich im oberen Drittel eine angedeutete Führungskante. Trotzdem zeigt das Paddel sowohl bei langsamen als auch bei kraftvollen Paddelschlägen kein Wobbeln. Auch der Catch und Release des Fieberglaspaddels sind gut und deutlich definiert.

das Paddel schwimmt

Das Blatt und der Mittelteil des Paddels werden mittels Klemme und Klemmstift fix verbunden. Der Griffteil lässt sich in der Länge variabel im Mittelteil einsetzen. Der Griff (ergonomischen Olive) liegt sehr gut in der Hand. Das Griffteil hat zudem eine aufgedruckte Bemaßung, somit könnt Ihr die richtige Länge für Euch immer einfach wieder einstellen. 

Einen Wunsch hätten wir allerdings an Jobe: eine Führungsnut oder wenigstens ein aufgedruckter Führungsstrich würden beim richtigen Einsetzen des Griffteils im Paddelschaft helfen. 

8″ EZ Lock Finne

Die EZ Lock Finne ist ziemlich genial, da Ihr diese komplett werkzeuglos montieren und demontieren könnt. Einfach in den Finnenkasten reinhebeln, hinten herunterdrücken, bis das hintere Hebelchen hervorspringt. Dann das Hebelchen wieder herunterdrücken – fertig! Zum Lösen, einfach das Hebelchen anheben und die Finne herausnehmen. Einfacher geht’s wirklich nicht.

Der Finnenkasten ist relativ kurz gehalten. Dadurch ist die Fläche der 8″ Finne eher kleiner. Das macht sich beim Drehen des Boards positiv bemerkbar. Trotzdem ist das Tracking geradeaus gut.

Fahrgefühl

Dann mal raus auf den See und das Jobe Yarra 10.6 mal ausgiebig testen. Wir sind mit dem Board eine gut 7 km lange SUP Tour am Starnberger See und dem angrenzenden Fluss Würm gepaddelt. Es war ein ruhiger Herbsttag im Oktober 2022. Auf dem See waren noch einige Motorboote unterwegs, die schöne, klar definierte Wellen produziert haben – ideal zum Testen der Kipp- und Längsstabilität.

Auf dem Flüsschen Würm haben wir dann das Verhalten des Yarra 10.6 auf Fließgewässer geprüft. 

Das Jobe Yarra 10.6 hat uns durch seine stabile Wasserlage überrascht. Bei Wellen, gerade auch bei Wellen von der Seite kam nie ein unsicheres Gefühl auf. Trotz seiner vergleichsweise kurzen Länge von 10’6″ (3,20 m) läuft es ganz flott. Klar, man schiebt mit der hochgezogenen Nase (Rocker) immer einen kleinen “Wellenberg” vor sich her und das bremst immer etwas. Erstaunlicher Weise hat uns das aber gefühlt nur kaum “abgebremst”.

Durch Form (Allround-Shape), Länge und der nicht all zu großen Fläche der Finne ist es mit der richtigen Paddeltechnik agil und drehfreudig. Das ist vor allem auf kleineren Flüssen oder auf dem Meer in der Welle von Vorteil. 

Das Video zum Test des Yarra 10.6

Fazit

Das Jobe Yarra 10.6 hat uns im Test echt überrascht. Ihr bekommt von Jobe mit dem Yarra ein voll ausgestattetes Allround SUP. Also frei nach dem Motto: auspacken, aufpumpen und lospaddeln. Das Allround SUP fährt sich richtig gut, ist dank einer 8″ Klickfinne spurtreu und trotzdem agil. Es steckt mit dem Rocker Wellen klaglos weg und vermittelt immer ein stabiles Fahrgefühl. 

Das Board wurde vom britischen The Telegraph zum besten inflatable Paddle Board 2022 gekürt.


Das Yarra 10.6 wurde uns von Jobe Sports für den Test zur Verfügung gestellt.

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