Wettergefahren beim Stand Up Paddeln: Sicherheit auf dem Wasser

Stand Up Paddling (SUP) erfreut sich zunehmender Beliebtheit als entspannende und vielseitige Wassersportart. Obwohl es im Vergleich zu anderen Wassersportarten als relativ sicher gilt, ist es dennoch wichtig, sich der potenziellen Wettergefahren bewusst zu sein, um Unfälle und gefährliche Situationen zu vermeiden.

1. Starke Winde

Wind kann beim Stand Up Paddeln sowohl unterstützend als auch hinderlich sein. Besonders gefährlich sind plötzlich auftretende starke Winde, die das Gleichgewicht stören und das Paddelbrett destabilisieren können.

– Gefahren: Verlust des Gleichgewichts, Abdriften in offene Gewässer, Erschöpfung beim Paddeln gegen den Wind.

– Prävention: Wettervorhersagen vorab prüfen, windgeschützte Bereiche wählen, bei starkem Wind auf das Wasser verzichten. Achtet auf die Sturmwarnung, falls vorhanden. 40 Lichtblitze/Minute = Starkwindwarnung („Vorwarnung“) und Ihr solltet sofort anlanden. Bei 90 Lichtblitze/Minute = Sturmwarnung.

Cirrocumulus virga – hier kündigt sich Sturm bei strahlenden Sonnenschein an

2. Gewitter und Blitze

SUP-Paddler sind bei Gewitter besonders gefährdet, da sie oft weit von sicheren Schutzmöglichkeiten entfernt sind und sich auf offenem Wasser befinden.

– Gefahren: Blitzschlag, plötzliches Unwetter mit starkem Regen und Wind.

– Prävention: Bei Anzeichen eines Gewitters sofort das Wasser verlassen, keine metallischen Gegenstände auf dem Brett haben, vor einer Tour Wetterwarnungen beachten. Könnt Ihr das Wasser nicht verlassen, legt Euch flach auf euer Board und klemmt euer Paddel zwischen eurem Körper und dem Board fest. Karbon-Paddel leiten sehr gut Strom!

Gewitterunterseite – jetzt gibt’s gleich Sturm

3. Strömungen

Starke Strömungen, sowohl in Flüssen als auch im Meer, können Stand Up Paddler überraschend erfassen und in gefährliche Bereiche ziehen.

– Gefahren: Abtreiben in gefährliche Zonen, Erschöpfung beim Versuch, gegen die Strömung anzupaddeln.

– Prävention: Lokale Strömungsverhältnisse kennen, sich über gefährliche Zonen informieren, Rettungsweste tragen.

4. Hohe Temperaturen und Sonneneinstrahlung

Lange Aufenthalte auf dem Wasser bei starker Sonneneinstrahlung können zu Sonnenbrand, Hitzschlag und Dehydratation führen.

– Gefahren: Sonnenbrand, Hitzschlag, Dehydratation.

– Prävention: Sonnenschutzmittel verwenden, Schutzkleidung und Kopfbedeckung tragen, ausreichend Wasser mitnehmen und regelmäßig trinken.

dunkles “Gewitterband” übern Simssee

Und im Winter solltet Ihr zusätzlich auf folgende Wetterphänomene achten:

5. Nebel

Dichter Nebel kann die Orientierung erheblich erschweren und dazu führen, dass Paddler die Küste oder ihren Ausgangspunkt aus den Augen verlieren.

– Gefahren: Orientierungslosigkeit, Kollisionen mit anderen Wasserfahrzeugen.

– Prävention: Nebelwarnungen beachten, GPS-Geräte zur Orientierung nutzen, in Küsten-, bzw. Ufernähe bleiben.

6. Kälte und Unterkühlung

Auch an warmen Tagen kann kaltes Wasser zu Unterkühlung führen, besonders wenn man ins Wasser fällt und länger darin bleibt.

– Gefahren: Unterkühlung, Muskelkrämpfe.

– Prävention: Drysuit oder andere isolierende Kleidung tragen, auf die Wassertemperatur achten, sofortige Maßnahmen zur Aufwärmung vorbereiten.

Zusätzliche Sicherheitstipps für Stand Up Paddler

– Vorbereitung und Planung: Informieren Sie sich vor jeder Tour über die Wetterbedingungen und mögliche Wetteränderungen. Planen Sie Ihre Route und legen Sie Notfallpläne fest.

– Ausrüstung: Tragen Sie stets eine Schwimmweste, nutzen Sie eine Leash, um das Paddelbrett an Ihrem Bein zu sichern, und nehmen Sie ein Handy in einem wasserdichten Beutel mit.

– Schulung und Übung: Nehmen Sie an einem SUP-Kurs teil, um die grundlegenden Techniken und Sicherheitsmaßnahmen zu erlernen. Üben Sie das Paddeln und das Wiederaufsteigen auf das Brett in sicheren Umgebungen.

Fazit

Stand Up Paddeln ist eine wunderbare Möglichkeit, die Natur vom Wasser aus zu genießen und gleichzeitig ein Ganzkörpertraining zu absolvieren. Um die Sicherheit zu gewährleisten, ist es unerlässlich, sich der potenziellen Wettergefahren bewusst zu sein und entsprechend vorbereitet zu sein. Achtet stets auf aktuelle Wetterinformationen, trefft Vorsichtsmaßnahmen und passt Eure Aktivitäten den Bedingungen an. So steht einem sicheren und erfreulichen SUP-Erlebnis nichts im Wege.

Lest auch unseren Artikel zum Thema SUP und Hochwasser:
Stand Up Paddeln bei Hochwasser – die unterschätze Gefahr

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