Canal de Siurana und Port d’Alcúdia
Nachdem wir im April in Cala Millor geSUPt sind, war jetzt der Nord-Osten von Mallorca dran.
Das Wasser war viel wärmer als vier Wochen vorher, dafür waren aber auch die Rettungsschwimmer strenger. Dieses Mal ging es ohne Mann, aber mit Oma (als Babysitterin) und Kind in ein Familienhotel mit privatem Naturstrand.
iSUP ohne Sperrgepäck
Mein Board ging in der praktischen Tasche von SUP Siren als normales Gepäckstück durch bei Tui Fly. Ich habe sogar das Paddel, die Elektropumpe, das ganze andere SUP-Gedöns sowie noch ein paar Schuhe mit in die Boardtasche bekommen.
Hätte ich 60€ pro Strecke Sportgepäck zahlen müssen, hätte ich allerdings mein SUP in Hannover gelassen und mir eins hier geliehen (120 € die Woche). Der Besitzer Marc und ich waren bereits vor dem Urlaub in einem supernetten E-Mail-Kontakt und lernten uns dann noch einmal persönlich auf dem Wasser kennen, während er gerade einen Windsurf-Kurs gab.
Kein SUP am Strand
Eingestiegen bin ich direkt am Hotelstrand, der auch öffentlich erreichbar ist. Die ersten fünf Meter durch das Wasser muss man im Frühling noch durch Seegras waten. Eine Woche später wurde es von großen Baggern entfernt und der Naturstrand touristentauglich gemacht. Wer das eklig findet, sollte besser Neoprenschuhe anziehen. Ich fand es nicht schlimm, da es nicht stinkt wie Algen.
Achtung: Man darf nicht direkt am Strand lang paddeln, sondern muss SOFORT direkt aufs offene Meer hinter die gelben Bojen raus (egal ob Schwimmer sich im Wasser aufhalten oder nicht). Ich bin dann direkt um die Schutzmauer herumgepaddelt, wo viele Angler ihr Glück versuchten. Hier muss man auf die langen Angelleinen achten bevor man in den Canal de Siurana einbiegt, der zum Naturpark S'Albufera gehört.
Naturpark S'Albufera
Das ursprünglich aus einem vom Meer abgetrennten See entstandene 800 Hektar große Feuchtgebiet ist das größte und bedeutendste der Balearen. Seit 1985 steht der Park unter Naturschutz und hat sich zu einem Refugium für eine Vielzahl von Pflanzen und rund 200 Vogelarten entwickelt.
Auf einem gut ausgebauten kilometerlangen Wegenetz kann man zu Fuß oder mit dem Fahrrad das Naturschutzgebiet stundenlang durchstreifen und einfach die Natur genießen oder Vögel beobachten, wobei die zahlreichen Aussichts- und Beobachtungspunkte äußerst hilfreich sind. Das Informationszentrum Sa Roca im Park verleiht zu diesem Zweck auch Ferngläser.
SUP-Boarder sind leider nicht so erwünscht, wie ich anhand von sogenannten Ranchern erfahren mussten, die mich erst vom Land aus fotografierten und dann anwiesen umzukehren, zumindest glaube ich, dass das ihre Gestik aussagte. Da ich der spanischen Sprache nicht so mächtig bin und somit nicht so richtig verstand, was sie von mir wollten, habe ich es einfach am nächsten Tag noch einmal probiert und ich konnte dieses Mal entspannt den Canal entlang paddeln. Ich glaube jeder Vogelkundler hätte seine Freude gehabt. Es soll auch unterschiedliche seltene Quallenarten dort geben, weshalb ich froh bin, nicht ins Wasser gefallen zu sein.
Canal de Siurana
Der durch den Park verlaufende, im 19. Jahrhundert ursprünglich zur Entwässerung angelegte, Canal de Siurana mündet auf der anderen Seite der Hauptstraße in ein schmales Hafenbecken, das vor allem Sportbooten zum Festmachen und Anglern als Jagdrevier dient. Vom Ende der kleinen Mole hat man einen schönen Blick auf das nicht allzu weit entfernte Port d'Alcúdia. Besonders in der späteren Abenddämmerung, wenn die Lichter der Häuser und Gassen das nördliche Ende der Bucht erleuchten, wirkt der kleine Hafenort einladend.
Port d'Alcúdia
Nachdem ich dann umgedreht habe und wieder aus der Mole raus bin, hielt ich mich links an Marcs Wassersportschule und paddelte noch ein wenig Richtung Port d'Alcúdia. Auch hier wurde stark darauf geachtet, dass ich hinter der Absperrung paddelte.
Gegen Mittag wurde es meist sehr wellig und die Banana-Boote sowie andere Ausflugsschiffe fuhren immer direkt am Board vorbei, so dass ich dann in Höhe des "Es Lac Gran" wieder umdrehte und bei unserem Hotel ausstieg.
Fazit
Die Tour hat nicht wirklich viel Freude bereitet, da ich entweder von Rangern aus dem Naturschutzgebiet oder von den Rettungsschwimmern am Strand verscheucht wurde. Selbst wenn kein Mensch im Meer war, musste ich hinter den gelben Bojen bleiben, wo es weitaus stürmischer und windiger war.
Entweder wurde von Land mit einer Trillerpfeife gepfiffen oder einmal kam sogar eine Rettungsschwimmerin mit dem Kajak hinter mir her gepaddelt und wies mir den Weg. SUP-Boarder und andere Wassersportler müssen entweder vor Marcs Wassersportclub in einem kleinen Bereich fast schon übereinander her fahren oder sonst weit draußen auf dem Meer paddeln, wo die Banana-Boote und andere Ausflugsschiffe lang fahren. Und es war noch nicht einmal Hochsaison.
Ach ja - wer empfänglich für Mückenstiche ist, sollte sich vor dem Naturschutzgebiet mit Insektenschutz besprühen. :-)
Hinweise & Tipps: Vor 10h direkt am Strand lang paddeln. Da sind die Rettungsschwimmeraufpasser noch nicht da und man kann entspannt ein wenig im seichten Wasser die Runden drehen. Ab Mittags wird das Meer voll und die Wellen und die Strömungen nehmen zu. Der Es Lac Gran ist in Alcudia ein künstlich angelegter See den man auch gut vom Meer aus erreichen kann, wenn es für einen in Ordnung ist, dass man sich unter kleinen Brücken bücken muss.
Info zu Transfer zwischen Start- und Endpunkt:
Pausenmöglichkeiten:
Gefahren: keine Angabe
Eigenschaften: Kanal, Meer
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