Drei auf einen Streich.
Eine der bekanntesten Touren auf der Mecklenburger Seenplatte ist die 16 km lange 3-Seen-Tour über Rätzsee, Gobenowsee und Labussee. Und sie ist - auch, wenn Ihr Euch das Wasser an sonnigen Sommertagen mit vielen anderen Paddlern, Kanuten, Ruderern bzw. Haus- & Motorbooten teilen müsst, auf jeden Fall eine Reise wert.
Wir haben Ende August auf der Rückreise von Usedom nach Hamburg spontan einen Abstecher dort hin gemacht und sind mit einem traumhaften Tag auf dem Wasser, vielen netten Paddel-Bekanntschaften und leckerem Fisch belohnt worden.
Aber der Reihe nach: Nach einem kurzen Frühstück auf dem Marktplatz von Neustrelitz, kamen wir am späten Vormittag in Wustrow am Kanucamp an. Unsere Internet-Recherche hatte ergeben, dass dies ein beliebter Einstiegsspot für Tagestouren ist und als wir dort ankamen waren auch bereits jede Menge Kanuten beim Umtragen Ihrer Kanus zu sehen. Da wir nicht ohne Wasserkarte lospaddeln wollten, machten wir noch einen Abstecher ins Büro des Kanucamps und erhielten dort den Ratschlag, lieber weiter nach Canow zu fahren und dort mit den SUP Boards einzusetzen. Der Vorteil: von Canow aus könnten wir direkt auf die 3-Seen-Tour starten und müssten keine Strecke doppelt paddeln.
Von Canow auf den Labussee
Letztlich landeten wir an einer kleinen Badestelle südlich von Canow, wo wir zu diesem Zeitpunkt die einzigen waren und ganz in Ruhe unsere SUP Boards aufpumpen und zu Wasser lassen konnten. Das Auto konnte direkt am Wasser stehen bleiben.
Von dort ging es dann - nach ausgiebigem Studieren der Karte und Fließrichtungen - links rum bzw. im Uhrzeigersinn auf die 3-Seen-Tour. Der Gedanke mit der Fließgeschwindigkeit erwies sich übrigens als gut - noch besser wäre jedoch gewesen, wenn wir auch die Windrichtungen berücksichtigt hätten. Aber dazu später mehr.
Nach dem wir den Labussee überquert hatten, ging es für uns ganz entspannt am nördlichen Ufer entlang Richtung Diemitzer Schleuse. Trotz der vielen anderen Boote auf dem Wasser, warfen wir hin und wieder einen Blick auf die Karte, um nicht in die falschen Seen und Verbindungsflüsse abzubiegen und wurden bei einer dieser Gelegenheiten von einem älteren Paar im Kanu "adoptiert", die uns mit allen wichtigen Informationen für die weitere Strecke inkl. kulinarischem Tipp versorgten. Auch hier gilt: do it, like the locals do!
Ab in die Schleuse
Die Diemitzer Schleuse zwischen Labussee und Vilzsee, unser erstes Schleusen mit dem SUP Board, war auf jeden Fall eine spannende Erfahrung. Spätestens wenn man zwischen zwei großen Sportbooten bzw. Motorjachten in der Schleuse liegt, merkt man nämlich, wie klein und hilflos man auf einem SUP Board ist. Aber man merkt auch sofort den Vorteil: als wir auf der anderen Seite aus der Schleuse paddelten, hatte sich nämlich eine richtig lange Schlange von Sportbooten gebildet, die darauf warteten durch die Schleuse zu fahren. Kanuten und SUPer mussten sich da nicht anstellen, sondern passten immer noch irgendwie mit rein.
Nach der Schleusen-Erfahrung ging es ganz entspannt weiter durch den Großen Peetschsee und die Oberbek rauf bis zur Fleether Mühle, wo wir uns im Biergarten auf die Empfehlungen der Locals verließen und bei Flammkuchen und alkoholfreiem Bier eine Pause einlegten.
Gut gestärkt, trugen wir anschließend die Boards über die Straße und setzten dort in das letzte Stück der Oberbek ein, dass uns zum Rätzsee brachte. Und hier merkten wir dann auch, warum fast alle anderen Paddler in die Gegenrichtung unterwegs waren: es wurde nämlich ziemlich windig und der recht große offene Rätzsee bot kaum eine Möglichkeit dem Wind zu entkommen. Ich hatte stellenweise wirklich das Gefühl überhaupt nicht vorwärts zu kommen und musste ständig aufpassen, nicht von den Wellen ins Schilf gedrückt zu werden.
Zumindest dieses Problem löste sich, als wir ungefähr auf Seemitte beschlossen von der West- auf die Ostseite zu queren. Hier waren die Wellen nicht mehr ganz so stark und als wir stehend auf dem SUP Board ein Segelboot überholten, dessen Crew sich mühsam mit dem Paddeln abmühte, bekam ich auch wieder das Gefühl mit dem richtigen "Gefährt" unterwegs zu sein. ;)
FKK- SUPen & andere Trendsportarten
Übrigens hatten wir bis wir uns dem FKK-Campingplatz am nördlichen Ende des Rätzsees näherten noch keinen anderen Stand Up Paddler getroffen... - und der, den wir jetzt trafen... naja.
Nach diesem "Schock" und dem anstrengenden Überqueren des Rätzsees, war die Drosedower Bek dann ein wahres Paradies: ein schmaler Fluss, der sich langsam durch die Natur schlängelt und ein kompletter Kontrast zum welligen und windigen Rätzsee ist und uns nach ca. 30 Minuten auf den Gobenowsee brachte. Hier hielten wir uns immer gerade aus und steuerten den lange nicht sichtbaren Eingang der Dollbek auf der Südseite des Sees an. Unser Tipp: wenn Wellen und Wind es zulassen, einfach quer über den See paddeln und auf die gegenüberliegende Seite zuhalten. Irgendwann, wenn man nicht mehr damit rechnet, wird dann die Einmündung in die Dollbek sichtbar und macht den Weg auf den Labussee frei.
Wie auch die anderen Verbindungsflüsse, war die Dollbek wieder sehr idyllisch und naturbelassen. Und genau diese Abwechslung zwischen großen offenen Seen und kleinen, gemütlichen Flüssen, macht den Reiz dieser Tour aus. Dadurch wird es auf den 16 km nie langweilig und es gibt immer wieder etwas Neues zu sehen. Mal abgesehen von den vielen netten Menschen, die uns auf dem Wasser begegnet sind.
Einige davon haben wir übrigens zum Stehendpaddeln im Kanu animiert - vielleicht wird das ja eine neue Trendsportart.
Diese Tour war eines unserer bisherigen SUP-Highlights (mal abgesehen vom SUP & Schnorchel in der Karibik) und wir kommen sicher wieder!
Startpunkt: Canower Badestelle
Endpunkt: Canower Badestelle
Hinweise & Tipps:
Info zu Transfer zwischen Start- und Endpunkt:
Pausenmöglichkeiten:
Gefahren: keine Angabe
Eigenschaften: See
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Comments (9)
Aufgrund Eurer Beschreibung bin ich diese schöne Tour gefahren und möchte mich ganz herzlich bedanken.
Ich hatte auch Gegenwind auf dem Rätzsee und kann jedem nur empfehlen, den Tipp zu beherzigen, die Tour nach der Windrichtung auf dem Rätzsee zu planen.
Aloha Alex, schön, dass Dir die Tour auch so gut gefallen hat. Für uns ist sie weiterhin eine der schönsten, die wir bisher gepaddelt sind. Hoffentlich ergibt sich bald eine Gelegenheit sie zu wiederholen.
Vielen Dank für diesen Tip! Die Tour war superschön und abwechslungsreich! Gestartet sind wir an der Fleether Mühle, dort kann man ebenfalls gut parken und einsetzen. Wir sind die Runde andersrum gepaddelt. Mit Stopp beim Seenfischer in Canow! Sehr lecker. Alles zum nachmachen empfohlen. Zwar immer wieder Paddler unterwegs, aber nicht überlaufen!
Wir waren an einem Freitag im Juli/Ferien dort.
Machen wir bestimmt nochmal!
Aloha Katrin. Oh, wie toll, dass Euch die Tour auch so gut gefallen hat. Wir müssen da auch unbedingt mal wieder hin. Lieben Gruß, Kati
Wir haben die Tour am 9.6.20 in die andere Richtung gemacht, durften aber im Gegensatz zu den Kanuten nicht durch die Schleuse, der Schleusenwart meinte, wir müssen irgendwo durch den Wald umtragen, was aber aber Blödsinn war, da gab es keine Möglichkeit. Nach einigem Herumfragen durften wir die Bords über den Biber Ferienhof neben der Schleuse ans Wasser tragen. War jedenfalls sehr ärgerlich und der einzige Wermutstropfen dieser herrlichen Tour.
Tags davor an der Schleuse Strasen ein ähnliches Problem: Hier ließ uns der Wärter jedoch innerhalb des Schleusengeländes umtragen, was letztlich schneller ging als das Schleusen und daher voll in Ordnung war. Irgendwie sind SUPs hier noch so exotisch, dass es offenbar keine klaren Regeln gibt.
Wir sind die Tour am letzten Wochenende gefahren und hatten das gleiche Thema an der Schleuse – für SUP´s ist die Schleuse seit dem letzten Jahr gesperrt, erklärte uns der ziemlich unfreundliche Wärter. Das Umtragen über den Biberhof ist auf den neuen Karten auch so als offizielle Variante eingetragen. Dort lohnt sich auch ein Zwischenstopp für einen Imbiss oder ein Eis!
Ansonsten aber eine fantastische Tour und tolle Naturerlebnisse am und auf dem Wasser.
Durch die Windrichtung sind wir ebenfalls in in umgekehrter Richtung gefahren und dann mit Rückenwind über den Rätzsee nach Süden
Doch, leider gibt es seit dem 10.08.2018 sehr klare Regeln, nachzulesen hier: https://www.elwis.de/DE/Sportschifffahrt/Binnenbereich/Binnenbereich-page.html
Leider berechtigt das Verbot des geschleust-werdens nicht automatisch zur Umtragung auf dem Schleusenbetriebsgelände.
Wir sind die angegebene Tour von Wustrow aus gestern gepaddelt. Sehr schön. Vormittags leichter Rückenwind auf dem Rätzsee, nachmittags dann als Ausgleich starker Gegenwind auf dem Labussee. Aber irgendwas ist ja immer ;).
Da uns am Vortag der sehr freundliche Schleusenwärter in Wesenberg auf das Schleusungs-Verbot hinwies (in Wesenberg gibt es eine Kanuschleppe aber man kann auch sehr gut umtragen und aus- und einsetzen), haben wir an der Diemitzer Schleuse gar nicht erst gewartet sondern direkt ausgesetzt und am (also eigentlich im) Biber Ferienhof wieder rein. Fragt sich, wie lange das so gut geht und was man nun an Schleusen macht, die in der Kanukarte bereits mit “Umtragung kaum möglich” gekennzeichnet sind. Canow ist glaube ich so eine…
Wir haben diese leidvolle Erfahrung am Fronleichnam Wochenende 2020 auch gemacht. Ein sehr freundlicher Schleusenwärter in der Schleuse Wesenberg klärte uns auf. Zu diskutieren gab es da natürlich nix …
https://www.elwis.de/DE/Sportschifffahrt/Binnenbereich/Binnenbereich-page.html
Bei der Schleuse Diemitz haben wir auch über den Biberhof umtragen bzw “umrollert” Das wird noch spannend bei unserer dreiwöchigen Tour im Juli mit Gepäck 🙂
Super schöne Tour. Kurze Anmerkung: Schleuse ist für SUP inzwischen verboten. Umtragen aber gut möglich über Biberhof.